Dr. Wolf Klinz
Mitglied des Europäischen Parlaments

Wolf Klinz, Mitglied des Europäischen Parlaments

Mehr als ein Drittel meines Lebens habe ich außerhalb Deutschlands zugebracht. Neben den VSA waren das Länder wie Österreich, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Finnland, der Schweiz und Belgien. Ich wurde als Kind eines deutschen Vaters und einer österreichischen Mutter am 13. September 1941 in Wien geboren. Aufgewachsen bin ich nach mehreren Jahren in Wien in Westfalen und Hannover, wo ich 1960 am altsprachlichen Ratsgymnasium das Abitur ablegte.

Schon in der Schulzeit entwickelte sich bei mir der Wunsch, später einen Beruf auszuüben, der es mir ermöglichen würde, frei von regionalen oder nationalen politischen Grenzen tätig sein zu können. So entschied ich mich zum Studium der Wirtschaftswissenschaften. Das Studium führte mich nach Paris, Madrid, Wien und Berlin.Von 1966 bis 1970 war ich Assistent und District Sales Manager in der Automobilindustrie im Vereinigten Königreich, in Deutschland und den Vereinigten Staaten. Im Anschluss daran folgte eine Beschäftigung bis 1981 als Projektleiter und Partner bei McKinsey & Company, Inc. im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Frankreich. Anschließend folgte ich dem Ruf eines französischen Klienten und wurde Vorsitzender der Geschäftsführung der VEGLA. Drei Jahre später trat ich in die Konzernleitung von Landis & Gyr in der Schweiz ein.

Die Wiedervereinigung brachte eine erneute berufliche Veränderung. Ich akzeptierte die Einladung, als parteiunabhängiges Mitglied in den Vorstand der Treuhandanstalt Berlin einzutreten. Die Vorstellung beim historisch einmaligen Transformationsprozess der staatlichen Planwirtschaft der DDR in marktwirtschaftliche Strukturen mitwirken zu können, faszinierte mich.

Die Arbeit an der Schnittstelle Wirtschaft und Politik war auch entscheidend für meinen Wunsch, mich später in der Politik zu engagieren. Nach Abschluss der Treuhandarbeit ging ich als Vorstand, bzw. als Vorsitzender der Geschäftsführung eines Anlagenbauunternehmens in die Privatwirtschaft zurück.

Von Ende 2000 bis 2004 war ich ehrenamtlich Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Industrie- und Handelskammern sowie Vorstandsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in Berlin. Als ich die Frankfurter Kammer übernahm hatte die Wirtschaftsflaute Mitgliedsbeiträge und Gebühren um fast ein Fünftel sinken lassen. Ich bin stolz darauf, dass aufgrund der von mir angestoßenen Umstrukturierung Geld gespart, Effizienz der Arbeit gewährleistet und die Beziehungen zu den Mitgliedsunternehmen vertieft wurden. Gleichzeitig baute ich die Rolle der IHK Frankfurt als Teil eines internationalen Netzwerks europäischer IHK weiter aus.

Bei Eurochambres, dem europäischen Dachverband der Industrie- und Handelskammern, dessen Vize-Präsident ich zwischen 2003 und 2004 war, konnte ich meine politischen Ideen testen, für die ich mich im Europäischen Parlament einsetzen würde: Die Stärkung echter Subsidiarität, der wirtschaftlichen Freiheitsreche, wie Waren-, Dienstleistungs-, Kapitalverkehrs- und Niederlassungsfreiheit, aber auch der strengere Umgang mit verschuldeten Staaten. Es war vor diesem Hintergrund, dass mir klar wurde, dass ich mich als Kandidat für die anstehenden Europawahlen aufstellen lassen müsste, um die europäische Gesetzgebung in diese Richtung zu beeinflussen. Gesagt, getan: ich trat in die FDP ein und wurde 2004 in das Europäische Parlament gewählt.

Von 2004 bis 2014 war ich Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Koordinator der ALDE im Wirtschafts- und Währungsausschuss sowie Vorsitzender des Sonderausschusses zur Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise (CRIS). Als wirtschaftspolitischer Experte der FDP-Fraktion im europäischen Parlament forderte ich die Einsetzung eines EU-Sonderbeauftragten für Griechenland, der ein Argusauge auf die Geldflüsse der Milliardenhilfen für Athen haben sollte sowie den Aufbau einer (privat finanzierten) europäischen Ratingagentur um die Oligopolstellung der drei existierenden Ratingagenturen zu überwinden.

In dieser Legislaturperiode bin ich Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON), im Haushaltskontrollausschuss (CONT), im Sonderausschuss Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung (TAX3) sowie in der Delegation für die Beziehungen zur Schweiz und zu Norwegen, im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Island und im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss Europäischer Wirtschaftsraum (DEEA).

2003 erhielt ich die Ehrenmedaille der Goethe-Universität sowie 2004 die Ehrenplakette der IHK Frankfurt am Main. Weiterhin bin ich seit 2005 Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und wurde 2009 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit drei Jahren bin ich Mitglied des Mérite Européen, den mir das Großherzogtum Luxemburg verliehen hat.
Ich bin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern und einem Sohn sowie mittlerweile Großvater von fünf Enkelkindern.

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